Top 5: 3.000er ohne Gletscher Querung

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Blick auf den Großvenediger – da er einen Gletscher zu queren hat, nicht in den Top 5

Top 5: 3.00er ohne Gletscherquerung in den Alpen

Dreitausender in den Alpen: Von Italien bis Schweiz, von einfach bis schwer. Mal eher Trekking Charakter, mal Klettereinlagen. Aber: Alle ohne Gletscherquerung

Blick auf die Rinnenspitze. Wandern am Stubaigletscher

Blick auf die Rinnenspitze. Wandern am Stubaigletscher

3.000er Gipfel in den Alpen gibt es viele. Manche sind aber nur mit eine Gletscherquerung erreichbar, was eine andere Ausrüstung und in der Regel auch ein größeres Risiko beinhaltet. Hier sind 5 Touren auf 3.000er Gipfel die man ohne Gletscher, Pickel und Steigeisen erreichen kann.

TOUR 1: RINNENSPITZE (3.000) | 771 HM | 5,7 KM | MITTEL

Insgesamt leichte bis mittelschwierige Bergtour. Vom Ausgangspunkt, dem Parkplatz an der Oberrissalm folgt man dem geschilderten Weg hinauf zur Franz-Senn-Hütte - hier gibt es einen Sommer- und einen Winteraufstieg. Aber der Franz-Senn Hütte gleicht die Bergtour eher einer Wanderung ohne Hochtourcharakter. Unterhalb des Gipfels quert man einige blockige Hänge – zum Gipfel selbst führt dann ein mit Tritthilfen oder Drahtseilen versicherter Steig. Die letzten Meter über den Gipfelgrat sind teilweise ausgesetzt, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier gefragt. Einfach schönes Wandern am Stubaigletscher.

Beste Zeit: Juni – September

Talort: Neustift

Ausgangspunkt: Oberrissalm (gebührenpflichtiger Parkplatz) – Talort Neustift, dann weiter nach Milders und rechts ins Oberbergtal einbiegen. Die Oberissalm liegt am Ende der Straße.

Route (Vorschlag): Generell ist die Tour auch an einem Tag gehbar – eine Übernachtung auf der Franz-Senn-Hütte kann man aber in jedem Fall empfehlen – man ist ausgeruht, hat einen zeitlichen Puffer und, vielleicht am wichtigsten für die Kulinariker unter den Wanderern, es ist eine der am besten bewirtschafteten Hütten die ich erlebt habe. Man verlässt den Parkplatz und geht an der Oberrissalm vorbei um nach gut 10 Minuten eine Verzweigung anzutreffen – links kann man den breiten Forstweg hinauf (Sommerweg), rechts, die deutlich attraktivere Strecke hinauf zur Franz-Senn Hütte. Der Pfad geht in Serpentinen und ohne technische Schwierigkeiten hinauf bis ins Oberbergtal. Von hier noch an einem Wasserfall vorbei und schon taucht die Franz-Senn Hütte auf, die im Sommer sehr gut besucht ist.

Man wandert links an der Hütte vorbei und wendet sich hinter der Terrasse nach rechts. Über eine Brücke überquert man nochmals den Alpeiner Bach und gelangt nach dieser zu einem Schilderwald mit unzähligen Wegweisern. Hier schlägt man den Weg nach rechts zum Rinnensee und zur Rinnenspitze ein. Der Weg geht nun über eine Hang, der sich flach Richtung Rinnenspitze hinauf zieht. Nach einem Schwenk nach rechts erblickt man nun nach kurzer Zeit den Gipfel der Rinnenspitze. Nachdem ein Bach passiert wurde geht es über ein paar große Blöcke den gut markierten Weg hinauf. Dieser wird nun allmählich steiler und immer blockiger bis man an den Einstieg zum Klettersteig zum Gipfel gelangt. Wer sich nicht sicher fühlt, für den ist hier das Klettersteigset ein guter Begleiter. Von nun an gibt es einige Passagen mit Trittbügeln und Drahtseilen zu meistern bevor man den ungesicherten Grat erreicht. Am Schluss gilt es noch einen riesigen Block mit Hilfe von Trittstiften überschreiten und man erreicht nach wenigen Minuten den Gipfel der Rinnenspitze. Vom Gipfel kann man den Ausblick auf die Ruderhofspitze und die Lüsener Spitze sowie den Habicht genießen. Abstieg wie Aufstieg. Hiking Tour für geübte Tourengänger, nicht für Einsteiger geeignet.

Tour im Stubaiergletscher: Innere Sommerwand

 

Wandern zur Orgelspitze und den Blick ins Vinschgau und die Ortlergruppe genießen

Wandern zur Orgelspitze und den Blick ins Vinschgau und die Ortlergruppe genießen

 

TOUR 2: ORGELSPITZE (3.304) |  1.781 HM  |  12,3 KM  |  SCHWER

Leichte Hochtour (aber schwere Bergtour) ohne Gletscherkontakt, Trittsicherheit  und gute Kondition absolut erforderlich.

Beste Zeit: Juni – September

Talort: Martell (Dorf)

Ausgangspunkt: kurz vor Stallwies auf dem Parkplatz an der rechten  Seite parken

Route (Vorschlag): Den Startpunkt der leichten Hochtour, den Wanderparkplatz nahe Stallwies, verlässt man und folgt der Beschilderung in Richtung Laaser Spitze (so heißt die Orgelspitze auch). Der Weg  geht nun durch ein Waldstück, nach kurzer Zeit erreicht man einen weiteren Abzweig (Wanderweg 5) zur Orgelspitze. Der Bergwald verschwindet nach und nach – die Flachheit des Pfades leider nicht. Der Pfad wird nun steiler und steiler und zieht sich nun den Hang empor. Am Ende des Steilhangs erreicht man ein Hochplateau  – der Weg geht nun in einen Kessel hinein, an dessen Ende die Orgelspitze steht. Vor dem Gipfelbucheintrag stehen aber erst noch gewaltige Blöcke und Geröllfelder, die sich den nun wieder steiler werdenden Hang und dem Gipfel entgegen stellen. Wer hier nicht schlapp macht der steht nach gut 60 Minuten oben am Gipfel – und kann den Blick ins Vinschgau und die Ötztaler Alpen genießen. Bei gutem Wetter sind einige Dolomitengipfel zu sehen.

Tourenempfehlung im Vinschgau: Sattelspitze

 

 

Wandern mit Kind auf einen 3000er - der Munt Pers bietet die Möglichkeit dazu

Wandern mit Kind auf einen 3000er – der Munt Pers bietet die Möglichkeit dazu

 

TOUR 3: MUNT PERS (3.207) |  258 HM  |  1,9 KM  |  LEICHT

Sehr leichte Bergtour, selbst Wandern mit Kindern ist hier möglich! Wenn, ja wenn man nicht vom Talort die Diavolezza-Seilbahn nimmt, sondern in diese einsteigt. Dann ist man nach gut 250 Höhenmetern und einer Stunde Gehzeit (bitte wörtlich nehmen) auf einem 3.200er Gipfel – und fragt sich wie und warum. Selbstverständlich lässt sich die Tour auch ohne Seilbahn absolvieren – der schöne Bergsee Lej da Diavolezza rechtfertigt diesen Aufstieg – und wer den Berg ehrlich verdienen will, der sollte das auch tun.

Beste Zeit: Juni – September

Talort: Diavolezza-Seilbahn

Ausgangspunkt: Diavolezza, Bergstation

Route (Vorschlag): Vom Gipfel des Munt Pers trennt einem von der Bergstation der Diavolezza nur knapp eine Stunde. An der Diavolezza zeigt einem ein Wegweiser die richtige Richtung. Ohne nennenswerte Steigung bewegt man sich auf den Gipfel zu, bevor man, nun doch etwas steiler werdend, in einigen Serpentinen über den schottrigen Bergrücken den Gipfelsteinmann und somit den höchsten Punkt erreichen. Wandern mit Hund auf einen 3.000er? Zumindest wenn man die Seilbahn zu Hilfe nimmt, kein Problem. Wer mehr Zeit mit bringt, der spart sich das Geld und nimmt den Berg so, wie er begangen werden sollte: Zu Fuß.

 

 

Hiking zum Habicht. Ein sehr großer Geröllhaufen mit Traumpanorama

Hiking zum Habicht. Ein sehr großer Geröllhaufen mit Traumpanorama

 

TOUR 4: HABICHT (3.277) |  2.165 HM  |  34,3 KM  |  SCHWER

Konditionell anspruchsvolle Hochtour mit leichten Kletterstellen.

Beste Zeit: Juni – September

Talort: Matrei

Ausgangspunkt: Gschnitz (gebührenpflichtigen Parkplatz)

Route (Vorschlag): Vom Parkplatz folgt man der geteerten Fahrtstraße zunächst weiter und biegt dann nach rechts auf einen Forstweg ein, der unterhalb der Materialseilbahn hindurchführt. Kurz danach beginnt der Aufstieg, zunächst durch ein Stück Wald, dann eine Forststraße querend, hinein in kurze und recht steile Serpentinen bis man bei circa 2.000 Höhenmeter die breite Rinne nach rechts verlässt.  Ab hier lässt sich das erste Etappenziel, die Innsbrucker Hütte sehen, die man nach circa 3 Stunden erreicht. Übernachten!

Am nächsten morgen schlägt man den Weg hinter der Hütte vorbei zum Habicht Massiv ein. Hier wurde Felsen erfunden – und zwar viel! Es ist ein wahres Geröllgebiet, das man jetzt zu erklimmen hat – mal kletternd, mal steigend, aber immer auf Blöcken. Auf lockere Platten und kleiner Klettersteilen sollte man sich also einstellen.

In 3.000 Meter Höhe biegt man auf den Vorgipfel des Habicht ein – nach dessen Besteigung quert man noch ein Schneefeld (Grödel oder ggf. Steigeisen benutzen) um sich dann, wieder kletternd auf dem Habicht wieder zu finden. Es ist wahrlich nicht die schönste Kletterei – Wandern kann schöner sein, aber was jetzt kommt, dürfte die Anstrengungen ausgleichen. Der Habichtgipfel überragt alle umstehende Gipfel, bei gutem Wetter hat man einen wunderbaren Weitblick.

Die Tour ist nur als 2-Tagestour zu empfehlen.

 

 

Hoher Sonnblick - Bergsteigen in den Hohen Tauern

Hoher Sonnblick – Bergsteigen in den Hohen Tauern

 

TOUR 5: HOHER SONNBLICK (3.106) |  1.503 HM  |  8,1 KM  |  MITTEL

Der Tourencharakter ist zweigeteilt: Bis zur Rojacher Hütte mittelschwierige Bergwanderung, ab der Hütte eine mittelschwierige Bergtour mit kleiner Kletterei im Gepäck. Teilweise sind nur geringe Sicherungen (Tritthilfen, Drahtsteile) vorhanden. Trittsicherheit, Kondition und die viel zitierte Schwindelfreiheit sind also Voraussetzung.

Beste Zeit: Juni – September

Talort: Kolm-Saigurn

Ausgangspunkt: Parkplatz Lenzanger

Route (Vorschlag): Man verlässt den oben beschriebenen Parkplatz Lenzanger und geht auf der Landstraße in Richtung Kolm-Saigurn. Nach circa 30 Minuten erreicht man das Ende der Fahrtstraße, ab nun der Beschilderung zum Schutzhaus Neubau weiter folgen. Zunächst steht die Durchquerung eines Waldstücks an, bevor man einen felsigen Pfad, der nach kurzer Zeit deutlich an Steigung gewinnt, erreicht. Auf gut der Hälfte des Weges steht man vor den Barbarafällen (Wasserfall) um am Ende der Strecke rechts einem Wegweiser zur Neubauhütte zu folgen. Nun, diesem über einen Rücken liegenden Pfad bis zur Hütte ansteigen. 

Nach der Hütte folgt man dem Pfad in Richtung der Rojacher Hütte, der mäßig steil ansteigt. Der Pfad geht erst mäßig steil, dann über einen Bach querend und letztlich steil und in Serpentinen den grasigen Hang hinauf. Nach wenigen Metern steigt man links vom Rücken hinunter, quert ein Schneefeld und wandert wieder hinauf, bis man einen großen Steinmann sieht – dem Zwischenziel. Denn neben diesem netten, unbeweglichem Gesellen weist eine Markierung “RH + ZH” die Richtung zur Rojacher Hütte und zum Zittelhaus. Über sehr blockiges Gelände erreicht man aber bald die Rojacher Hütte. Gleich ab der Hütte geht nun der Pfad weiter den Bergrücken hinauf – ein wenig wird der Weg aber von blockigen Steinen verstellt, die aber einfach zu passieren sind. Es folgt ein wenig Kraxeln im versicherten Terrain, bevor sich der Grat weiter zuspitzt und man mit Hilfe von Eisenbügeln und Drahtseilen das Zittelhaus und das darüber liegende Observatorium erreicht. Von hier hat man nun auch endlich freien Blick auf den Großglockner. Abstieg wie Aufstieg.

 

 

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