St Gallen in der Schweiz – ein kleiner Reiseführer

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St Gallen in der Schweiz

St Gallen in der Schweiz – im Nordosten der Schweiz gelegen

St Gallen in der Schweiz – Berge, Wiesen, Wasser

Ein kleiner Reiseführer für die Region St Gallen in der Schweiz

Stadt, Land, Fluss: Die Stadt und der St Gallen Kanton liegen im Nordosten der Schweiz, westlich des Alpenrheins. Das 2026 Quadratkilometer große Kantonsgebiet grenzt an den Bodensee sowie das Fürstentum Liechtenstein und das österreichische Bundesland Vorarlberg. Auf der Schweizer Seite grenzen an den Kanton St. Gallen die Kantone Graubünden, Glarus, Schwyz, Zürich, Thurgau und mitten im Kanton St. Gallen liegen die beiden Kantone Appenzell Innerrhoden und Appenzell Außerrhoden. Eines ist somit sicher: Für Einflüsse von außen und innen ist im ganzen Kanton gesorgt. Und diese Vielfalt bestimmt in St. Gallen in besonderer Weise den Alltag.

Seine geografische Lage prägt St. Gallen international, was sich auf bester Ebene einerseits in der Universität St. Gallen – eine der weltweit führenden Wirtschaftshochschulen– spiegelt und andererseits in den vier Fachhochschulen für Pädagogik, Technik und angewandte Wissenschaften. Inklusive der Studenten ist der Kanton Wohnort und Heimat von knapp einer halben Million Menschen, wobei der Ausländeranteil bei rund 22 Prozent liegt.

Hauptort des Kantons und städtisches Zentrum der Ostschweiz ist die Stadt St. Gallen, die auch der geschichtliche Namensgeber ist: Der Heilige Gallus soll Anfang des 7. Jahrhunderts am Bodensee missionarisch gewirkt haben. Auf ihn geht das Kloster St. Gallen zurück, als dessen erster Abt Otmar dann im 8. Jahrhundert belegt ist. Schon Anfang des 14. Jahrhunderts gab es ein Bodenseebündnis mit den beiden Seestädten Überlingen und Lindau, Keimzelle für den Zusammenhalt der Region. Mitte des 15. Jahrhunderts schlossen sich die St. Galler dann dem eidgenössischen Bündnis an.

Die Urlaubsregion St. Gallen

St Gallen in der Schweiz wird als schnell von Deutschland und Österreich zu erreichende Ferienregion sehr geschätzt, vor allem als Gebiet für schöne Wandertouren rund um die regionalen Gewässer und die historischen Landstriche. Dazu gehören etwa das Fürstenland zwischen Rorschach und Wil SG sowie das Gebiet Toggenburg mit Thur- und Neckertal am Fuße der Bergkette Churfirsten in den Appenzeller Alpen. Beide Gegenden sind schon lange bekannte Regionen für Ferien St. Gallen und Wandern in St. Gallen.

Auch das von Weinbau und Landwirtschaft geprägte linksrheinische St. Galler Rheintal zwischen Sargans und der Rheinmündung sowie das Sarganserland rund um Bad Ragaz und dessen Heilquellen bieten sich perfekt für Wanderungen und andere Aktivitäten im Urlaub an. Das Gleiche gilt für den bei Sporttauchern beliebten Walensee und den für Ausflugs- und Freizeitschifffahrt bekannten Zürichsee.

Wandern im St. Gallerland

Das St. Gallerland ist nach übereinstimmender Einschätzung vieler Wanderfreunde geradezu ein Wanderparadies, besonders Touren mit Blick auf die vielen Seen und Gewässer der Region erfreuen sich bei den Besuchern einiger Beliebtheit.

Empfehlenswert ist zum Beispiel die 12 Kilometer lange Wanderung von Starkenbach über Selun nach Alt St. Johann, bei der man in 4,5 Stunden fast durchgängig eine fantastische Sicht auf das Rheintal, den Walensee, die Geschwisterberge und die Glarneralpen hat. Sehenswerte Etappen bzw. Stationen der Wanderung sind die Fahrt mit dem „Kistenbähnli“ auf die Vordere Selunalp sowie die berühmte prähistorische Höhle „Wildenmannlisloch“, die einst Bären beherbergte.

Wandern in St. Gallen ist natürlich auch auf nicht ganz so steilen Strecken möglich, so etwa auf den 6,5 Kilometern von Untereggen über Vorderhof und Goldach bis zum Freibad Seegarten. Die bestens für Familien geeignete, leichte und gut zweistündige Tour verläuft entlang des Flusses Goldach durch den Rantel- und den Hornerwald. Tourpunkte sind eine Fischtreppe, diverse Grillstellen, der größte Spielplatz der Ostschweiz in Rohrschach und das Goldacher Freibad Seegarten, welches natürlich speziell im Sommer zu einem Sprung in das kühle Nass verführt.

Radfahren am Rand der Appenzeller Berge

Ferien St. Gallen werden von vielen Urlaubern auch gerne auf dem Rad verbracht, gerade die Umgebung der oben erwähnten 9000-Einwohnergemeinde Rohrschach hält reizvolle und abwechslungsreiche Eindrücke für Radler bereit. Die etwas anspruchsvollere Rundtour am Rand der Appenzeller Berge ist 30 Kilometer lang und verläuft vom Bahnhof Rorschach über die zur Gemeinde Thal SG zugehörigen Ortschaften Staad und Buechen, Rorschacherberg am Bodensee, Untereggen und sein als Naherholungsgebiet bekanntes Schloss Sulzberg. Es folgen der gleichnamige Hauptort im St Gallen Kanton und dessen Stadtteil Neudorf, die aus vielen kleinen Weilern bestehende Gemeinde Mörschwil, Goldach an der Bahnstrecke Rorschach–St. Gallen und die Rückfahrt von dort nach Rorschach.

Ebenfalls empfehlenswert sind die zweitägige Ostschweizer Wein-Route über die Kartause Ittingen von Schaffhausen und Weinfelden bis nach St. Gallen, die Kartäuser-Fürstenland-Route mit den Stationen Stein am Rhein, Frauenfeld, Wil, Uzwil, Flawil, Gossau, St. Gallen und Rorschach sowie die Appenzell-Rheintal-Route von Appenzell über Eggerstanden und Eichberg bis nach Altstätten.

Fazit – St Gallen in der Schweiz – ein Kanton mit Geschichte

Die Stadt St Gallen in der Schweiz hält darüber hinaus auch noch viele weitere Ausflugsmöglichkeiten bereit. So etwa den botanischen Garten mit seinen rund 8000 Pflanzen aus aller Welt, den Wildpark „Peter und Paul“ oberhalb der Stadt auf dem Rosenberg im Quartier Rotmonten, den großen Flohmarkt im St.-Mangen-Quartier immer am letzten Samstag des Monats und die barocke Stiftskirche samt Bibliothek aus dem 18. Jahrhundert. Sehr populär ist auch eine Fahrt mit der Seilbahn Mühleggbahn von der Altstadt in das Naherholungsgebiet „Drei Weieren“ mit seinen öffentlichen und kostenlosen Freibädern.

Und wer sich für Geschichte interessiert der findet in St. Gallen zahlreiche archäologische Ziele. So locken Burgruinen in St. Margrethen, Sennwald, Wartau und Wildhaus. Auch urgeschichtliche, römische und mittelalterliche Spuren lassen sich verfolgen, so in der Höhensiedlung Montlingerberg in Oberriet-Montlingen, und in den Siedlungen in Vilters und Kirchberg-Gähwill, in der auch eine mittelalterliche Burg zu sehen ist. Und in Eschenbach/Schmerikon finden sich noch eisenzeitliche Grabhügel. Ein archäologischer Park schließlich lädt in Rapperswil-Jona zum Spazieren ein.

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Die überschaubare Metropole der Ostschweiz zwischen Bodensee und Appenzellerland hat eine reizvolle, verkehrsfreie Altstadt. Typisch sind die buntbemalten Erker. Der Stiftsbezirk mit Kathedrale und Stiftsbibliothek ist UNESCO-Weltkulturerbe. Wahrzeichen von St.Gallen ist die barocke Kathedrale mit der Stiftsbibliothek, in der 170'000 zum Teil handgeschriebene und über tausendjährige Dokumente aufbewahrt werden. In der Bibliothek findet sich der wohl schönste Rokokosaal der Schweiz. Der gesamte Stiftsbezirk wurde 1983 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Name und Entstehung der Stadt gehen zurück auf eine Klostergründung durch den irischen Wandermönch Gallus um das Jahr 612. Bereits seit 747 befolgte das Kloster St.Gallen die Benediktsregel, welche das kontemplative Bücherstudium vorsieht und also auch eine Bibliothek voraussetzt. Die Stadt entwickelte sich im Mittelalter zu einem bedeutenden Schwerpunkt von Kultur und Bildung in Europa. Später gewannen die St.Galler Stickereien internationales Ansehen und brachten der Stadt Wohlstand.

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2 Kommentare

  1. Die Region ist eine der schönsten in der Schweiz…ich hoffe, wir können es uns auch weiterhin leisten, hier Urlaub zu machen. Markus

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