Das Ultental – zwischen Stilfser Nationalpark und dem Meraner Land

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Ultental

Das Ultental in Südtirol: Die Ultner schmücken ihre alten Bauernhöfe traditionsbewusst mit Geranien, in Südtirol auch “brennende Liab” genannt (c) Südtirol Marketing

Das Ultental – zwischen Stilfserjoch Nationalpark und dem Meraner Land

Biken und Wandern im Ultental in Südtirol

40 Kilometer lang erstreckt sich das auch einfach Ulten genannte Ultental (Val d’Ultimo) vom Nationalpark Stilfser Joch bis zur 11000-Einwohnergemeinde Lana im Meraner Land. Bis auf den kleinen Ort St. Pankraz (San Pancrazio) am Taleingang gehören auch alle anderen Orte (St. Gertraud, St. Nikolaus, Kuppelwies, St. Walburg) zur gleichnamigen Gemeinde Ulten (Ultimo) mit ihren knapp 3000 Einwohnern. Das parallel zum weiter nördlich gelegenen Vinschgau verlaufene Tal ist überregional besonders für seine zahlreichen Tourenmöglichkeiten für Bergwanderer bekannt.

Wandern Ultental hat eine lange Tradition

Nun ist es keine Erfindung unserer Tage, die Freizeit an der frischen Luft zu verbringen. Wanderungen im Ultental waren schon im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert eine beliebte Freizeitbeschäftigung der ersten Urlauber im Ultental. Noch heute genießt Wandern im Ultental bzw. Wandern Ultental einen außerordentlich guten Ruf. Ultental Wanderungen oder Wanderungen Ultental sind zum Beispiel im Alm- und Wanderparadies Schwemmalm in fast 2200 Meter Höhe fast das ganze Jahr über möglich.

Wandern Ultental

Am Ende des Ultentals, im Meraner Land, thront der alte zinnenbewehrte Pulverturm, im Hintergrund das Bergpanorama der Texelgruppe (c) Südtirol Tourismus

Historisches ad Ultimo – das Ultental

Doch nicht nur die Bewegung in der freien Natur hat Tradition im Ultental, sondern das Tal war wohl schon vor unserer Zeitrechnung besiedelt, wovon eine Opferstätte aus der La-Tène-Zeit zeugt. Entdeckt wurde der vorchristliche Platz für Brandopfer in St. Walburg, dass der Hauptort der Gemeinde Ultental ist. Benannt ist der Ort nach der heiligen Walburga deren mittelalterliche Kirche nahe des Fundorts steht. Erwähnt wurde die Pfarrkirche der heiligen Walburga, deren Mauern und Toren noch teilweise erhalten sind, bereits in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Die Kirche bildet das Zentrum von St. Walburg, indem man auf jeden Fall die Bio Bäckerei Rittner Brot besuchen sollte, die schon 1919 gegründet wurde und bereits in den 1980er Jahren damit begann, Bio Getreide selbst zu malen und verarbeiten. Berühmt ist das Original Ultner Brot aus reinem Roggen, aber auch andere – für die Gegend typische Brotsorten – wie das Vinschgerl oder das Schüttelbrot, aber auch verschiedene Brotsnacks gibt es in der Bäckerei in Bio Qualität.

Das kleinere St. Pankraz ist der erste Ort, auf den ein Besucher des Tals trifft. Auch hier ist das Mittelalter vertreten und zwar in Form der Ruine des Schlosses Eschenlohe und der Kapelle Sankt Helena, die auf einem über 1.500 Meter hohen Hügel herab auf die Ortschaft blickt, die in gut 700 Metern Höhe liegt. Wie oft in der Gegend bietet sich hier die Möglichkeit, den Urlaub direkt auf einem Bauernhof zu verbringen und von hier aus zu Touren – im Sommer mit Wanderschuhen und im Winter mit Skiern – aufzubrechen.

Auch die kleineren Orte wie St. Nikolaus und St. Gertraud – das hinterste Dorf im Ultental – bieten historische Sehenswürdigkeiten: So ist die gotische Kirche des Heiligen Nikolaus, Pfarrkirche der Ortschaft, mindestens aus dem 14. Jahrhundert und in Sankt Gertraud warten als Altertümer drei Lärchen auf, die allerdings nicht wie ursprünglich angegeben 2000 Jahre sondern „nur“ 850 Jahre alt sind, noch immer ein imposantes Alter für die leider inzwischen morschen Bäume.

Mountainbike Ultental

Ganz in der Nähe des Ultentals: Das Kleinod St. Prokolus in Naturns ist mit seinen präkarolingischen Fresken aus dem 8.Jh.n.Chr. einer der kunstgeschichtlichen Höhepunkte Südtirols.

Wandern im Ultental in Variationen

Insgesamt bietet die Ferienregion Ultental Deutschnonsberg beeindruckende 740 Kilometer markierte Tal- und Bergwanderwege in allen Schwierigkeitsgraden, die teilweise auch für Ultental Mountainbike bestens geeignet sind. Zusätzlich existiert auch eine große Auswahl an einfachen Familienwanderungen und geführten thematischen Wanderungen wie zum Beispiel die Höfewanderung mit Hofbesichtigung, die Mühlenwanderung zur Waldmühle oder die Almenwanderung zu den typischen Ultner Almen.

Fast kommt also schon die Qual der Wahl beim Wandern im Ultental auf, am besten informiert man sich bereits vor der Anreise ausführlich online über die zur Verfügung stehenden Strecken, Routen und Wanderwege. Eine auch für Kinder geeignete Wanderung Ultental ist beispielsweise diejenige am Ultner Höfeweg. Für den Rundweg mit knapp 11 Kilometer Länge sollte man rund 3 Stunden Gehzeit einplanen. Der Startpunkt liegt am Talmuseum in St. Nikolaus, über das berühmte Naturdenkmal der drei „Ultner Urlärchen” geht es bis nach St. Gertraud und wieder zurück zum Ausgangspunkt.
Exemplarisch für das Wandern Ultental steht auch die dreistündige und steile Wanderung zur 2560 Meter hoch gelegenen Höchsterhütte am Grünsee, die je nach Lust und Laune auch zum Langsee oder Rabbi Joch fortgesetzt werden kann. Besonders empfehlenswert für den Frühling und Sommer ist auch die Proveiser Almenwanderung. Die 7,5 Kilometer lange Wanderung führt durch die bunt blühenden Almwiesen im Gebiet südwestlich des Hofmahdjochs am Deutschnonsberg. Unzählige Orchideen und Alpen-Blumenarten leuchten entlang der Tourstationen Hofmahdwiesen, Obere und Untere Kesselalm, Revò-Alm und Cloz-Alm, die Gehzeit beträgt je nach persönlicher Geschwindigkeit zwei bis drei Stunden.

Ultental Wandern

Im bäuerlich geprägten Ultental bei Lana finden sich noch zahlreiche Bauernhöfe in traditioneller Holzbauweise mit Schindeldach (c) Südtirol Marketing

Fazit – Das Ultental – Biken, Baden und Besuchen

Neben Wanderungen im Ultental bzw. Ultental Wanderungen hält die ursprüngliche Gegend auch noch einige weitere Attraktionen und Ausflugsziele für ihre Gäste parat. Ein besonders sauberer und auch gut mit dem Ultental Mountainbike erreichbarer Badesee ist etwa der für seinen Fischreichtum bekannte Felixer Weiher bei St. Felix.

Geradezu skurril und kurios präsentiert sich hingegen das auf einem riesigen Felsblock errichtete „Häusl am Stoan“ unterhalb von St. Pankraz am Bach Falschauer, welches durch seine exponierte Lage von den hier einst häufigen Hochwassern verschont geblieben ist. Interessante Einblicke in das bäuerliche Leben im Tal sowie einen guten Überblick über die regionale Tierwelt gewährt das Volkskunde-Museum in St. Nikolaus.

Weitere sehenswerte Museen unweit von Ultental Deutschnonsberg sind das Eisenbahnmuseum in Partschins/Rabland, das „Messner Mountain Museum“ zum Thema „Mythos Berg“ im Schloss Juval bei Naturns und das Südtiroler Archäologiemuseum („Ötzimuseum“) in der Landeshauptstadt Bozen, wo man die berühmte Gletschermumie besichtigen kann.

Ebenfalls einen Abstecher im Rahmen von Wanderungen Ultental lohnt die romantische Burgruine von Schloss Eschenlohe am Zusammenfluss von Hagenbach und Falschauer kurz vor St. Pankraz. Auch die Besichtigung des traditionsbewussten Familienbetriebs Roatnockerhof in „Unsere Liebe Frau im Walde“ (St. Felix), wo Roggenbrot und Rohmilchprodukte aus der eigenen Hofkäserei im Hofladen verkauft werden, lässt sich bestens mit einer Wanderung Ultental kombinieren.

Video Ultental Südtirol

Bilder Ultental Südtirol

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Im Ultental gibt es zahlreiche Wandermöglichkeiten. Unzählige Wanderwege führen vom Tal zu den hohen Bergen führen. Man kann kleine Seen erreichen, die im Sommer besonders schön sind. Von den Gipfeln bietet sich fast durchwegs ein faszinierender Ausblick, der weit in die Umgebung reicht. Schwierigkeiten sind bei der Besteigung kaum vorhanden, wenn auch gewisse Voraussetzungen unbedingt beachtet werden müssen. Natur und Ruhe pur im Ultental Südtirol.
Im Norden zieht sich die Bergkette über Meran und bildet gleichzeitig die Trennungslinie zwischen dem Ultental und dem Vinschgau: Vigiljoch, Naturnser Böden, Hochwart (2608 m), Schwarze (2616 m), Peilstein (2530 m), Hoher Dieb (2723 m), Hasenöhrl (3257 m), Mutegg (2658 m), Soyspitz (3030 m), Nagelstein (2469 m), Gleck (2958 m) bis zu den Ausläufern des Ortlermassives mit der Höchsterhütte am Grünsee als Ausgangspunkt.

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