Aostatal Italien- Wandern in der kleinsten Region Italiens

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Aostatal: Wandern im kleinsten Bundesland Italiens

Aostatal: Wandern im kleinsten Bundesland Italiens

Aostatal Italien: 13 Hochtäler laden zum Aktivurlaub ein

Wandern in der kleinsten Region in Italien – dem Aostatal

Klein aber hoch gelegen. Das Aostatal ist ohne Zweifel eines der schönsten Wandergebiete in den Alpen. Nicht größer als das Saarland und damit die kleinste Region in Italien, grenzt das Gebiet an die Schweiz und Frankreich. Wer noch immer grübeln muss, wo das Aostatal genau liegt – die Viertausender des Mont Blanc, Matterhorn, dem Monte Rosa und der Gipfel des Gran Paradiso sind die „Bergpaten“ des Tals. Wie in Südtirol ist die Region eine autonome Provinz – italienisch und französisch sind hier gleichberechtigte Amtssprachen.

Wer unten im Tal bleiben möchte, kann sich in der historischen Stadt Aosta für einige Tage auch den Antiken Vermächtnissen wie die des römischen Theaters in Aosta widmen. Wer sich dem Thema „Aostatal Wandern“ widmen möchte, hat in den höher gelegenen Regionen quasi die Qual der Wahl. Wanderer und Bergfexe wird es schnell das Tourenparadies und die Gipfel ziehen. Vom Haupttal zweigen nach Norden und Süden jeweils 13 Hochtäler ab – jedes für sich hat einen eigenen Charakter.

Aostal: Eine kleine Geschichte über die Geschichte

Ursprünglich wurde die kleine Region von den Kelten bewohnt. Im Jahr 25 v. Chr. eroberten jedoch die Römer diesen Landesteil Italiens. Im 17. und 18. Jahrhundert fiel das Aostatal für kurze Zeit unter französische Herrschaft, um wiederum im Jahre 1861 dem italienischen Königreich und der Provinz Turin zugeordnet zu werden. Während des Krieges galt das Aostatal als wichtigstes Zentrum des italienischen Widerstandes und erhielt dafür die goldene Tapferkeitsmedaille. Einen Sonderstatus erhielt die Region nach dem Zweiten Weltkrieg, um französischen Besitzanstrebungen entgegen zu wirken.

Aostatal Italien: Die Wahl des Tals

Verbringt man seinen Wanderurlaub im Aostatal muss man sich also entscheiden – für eines der Täler. Für jedes gibt es gute Gründe, extra anzureisen, ob es das wilde und fast unberührte Valpelline im Norden oder das Cogne im Süden. Alles Geschmackssache – und Touren für Wanderer, Klettersteiger oder Bergsteiger gibt es in der gesamten Region. Wie auch immer man sich entscheidet, der Fokus im Kalender für Bergwanderungen sollte im Hochsommer (Juni – September) liegen. Viele Hütten schließen bereits wieder im September ihre Türen – das Wetter ist dann oft so ungemütlich, das sich ein Betrieb nicht mehr rentiert. Unser Tipp: Im Aostatal Wandern im Frühjahr, wenn die Natur erwacht, ist ein ganz besonderes Erlebnis für alle Aktivsportler und Naturfreunde.

Aostatal Wandern: Die Klassiker

Am bekanntesten sind die 31 Etappen der beiden Höhenwege, der Alta Via 1 im Norden und der Alta Via 2 im Süden. Bekannt ist natürlich auch der Große Walser-Steig, der der historischen Route der Walser folgt, die hier vor vielen Jahrhunderten aus der Schweiz kommend, ins Aostatal übergesiedelt sind. Weitere beliebte Trekkingtouren zum Thema Aostatal Wandern sind die Talstraße 102 von Charvensod nach Champdepraz und die Talstraße 105 von Porossan zum Colle Valdobbia. Wer also im Aostatal wandern möchte, kann sich auf historischen Pfaden bewegen und zwischen einer großen Vielfalt an Möglichkeiten wählen.

Aosttal: Blick auf den Grand Paradiso

Aosttal: Blick auf den Grand Paradiso

Aostatal: Die schönsten Städte

Aosta
Auf jeden Falle sollte Aosta, die Landeshauptstadt der gleichnamigen Region mit circa 35.000 Einwohnern auf einer Fläche von 21 km², bei einer Sightseeingtour durch das Aostatal nicht fehlen. Sie liegt am Alpenübergang des Großen St. Bernhard und bietet jede Menge Baudenkmäler aus der Römerzeit zur Erkundung. Im Zentrum der Stadt liegt der Platz Chanoux, auf dem sich das historische Rathaus, ein Gebäude aus dem Jahre 1839, befindet. Darüber hinaus verfügt Aosta über das Flair einer italienischen Kleinstadt mit ihrem schönen historischen Ortskern und der ausgedehnten Fußgängerzone. Hier wurde der Theologe und Philosoph Anselm von Canterbury geboren.

Breuil-Cervinia
Diese gerade einmal 912 Einwohner große Stadt zählt zusammen mit Courmayeur zu den bekanntesten Urlaubszielen des Aostatals. Breuil-Cervinia ist vor allem als exklusives Skigebiet bekannt. Seit den 1950er Jahren kommen viele Prominente aus Sport, Politik, Kino- und Finanzwelt in den Ort nahe am Matterhorn. Und jedes Jahr am 15. August begeht man hier das Fest der Bergführer.

Courmayeur
Ein wahres Paradies für Liebhaber des Skisports und der Bergwelt ist das kleine Städtchen Courmayeur. Es zählt zu den ältesten und berühmtesten Fremdenverkehrsorten der Alpen und liegt etwa 10 km südöstlich des Mont Blanc. Daher der Name Mont Blanc de Courmayeur. Die „Perle der Alpen“ umfasst eine Fläche von 210 km² und wird von 2.900 Einwohnern bevölkert. Auch im Sommer lockt Courmayeur mit landschaftlicher Schönheit und unberührter Natur.

Les Combes
Les Combes liegt in der Gemeinde Introd und zählt rund 400 Einwohner. Hier hat Papst Benedikt XVI. sein sommerliches Feriendomizil. Es liegt 1.700 m über dem Meeresspiegel in einem Landgut, das vom Salesianerorden betreut wird. Im Ort steht eine Burg aus dem 13. Jahrhundert mit einer ansprechenden Meierei. Weiterhin findet man eine Kirche vor, die der Bekehrung des heiligen Paulus gewidmet ist. Sie beherbergt u.a. einen Barockaltar und zahlreiche Kappellen.

Sehenswürdigkeiten im Aostatal: Burgen und Schlösser

Im Aostatal sind 82 Schlösser und Burgen anzutreffen. Diese wurden zwischen dem 12. und 18. Jahrhundert gebaut und spiegeln die Historie dieser Region auf beeindruckende Weise wider.

Burg Fenis im Val de Fenis
Die mächtige Burg Fenis im Val de Fenis stammt aus dem Jahr 1330 und wurde später erweitert. Sie besitzt einen prächtigen Hof und im Inneren Fresken aus dem 15. Jahrhundert.

Burg Ussel in Ussel
Im 14. Jahrhundert baute Ebalo II di Challant in der Ortschaft Ussel di Chatillon die erste Burg in Würfelform, die sich als letzte Form von mittelalterlichen Burgen heraus entwickelte. Sie markiert damit in der militärischen Architektur des Aostatals eine Wende. Neben der eindrucksvollen Burgform, begeistern auch die zweibogigen Fenster, die mit Blumenmustern und geometrischem Schmuck verziert sind. Zu bewundern ist außerdem ein pittoresker Wehrgang.

Burg von Verrès
Verrès besitz eine beeindruckende Burg. Sie wurde im 14. Jahrhundert von Ibleto di Challant auf einem Felsen errichtet. Zu den bemerkenswertesten Elementen des gewaltigen Bauwerks gehören die doppelten Bogenfenster, die erstaunliche Freitreppe und die gigantischen Kamine.

Schloss Issogne bei Donnaz
Das Schloss Issogne bei Donnaz wurde 1480 erbaut und birgt ein sehr sehenswertes Interieur mit vielen Fresken. Es steht als Sinnbild für unbeschwertes höfisches Leben.

Königliches Schloss von Sarre
Um 1710 in der Gemeinde Sarre auf einem alten Festungsfundament erbaut, diente das herrschaftliche Anwesen dem Haus Savoyen als Sommerresidenz. Die Trophäengalerie und der Ehrensaal im Schloss der königlichen Familie sind unbedingt einen Besuch wert, bei dem man sich zudem umfassend über die Geschichte informieren kann.

Sehenswürdigkeiten: Festungen, Stadtmauern, Türme und Tore

Festung Bard
Sehr sehenswert ist die Festung in Bard am Eingang des Aostatales. Sie wurde im Jahre 1800 von Napoleon zerstört, im 19. Jahrhundert wieder auf- und ausgebaut und erst 2006 komplett neu eröffnet.

Porta Praetoria in Aosta
Bei der Porta Praetoria in Aosta handelt es sich um ein Stadttor aus römischer Zeit. Der Begriff meint Haupttor und wurde von den Römern für Ausfalltore benutzt. Daher befanden sich solche Portae Pretoriae auch meist auf der Seite, die dem Feind zugewandt war.

Stadtmauer von Aosta
Die gewaltige Stadtmauer von Aosta geht auf die Römer zurück. Sie hatte an allen vier Seiten ein Tor und wurde im Mittelalter weiter verwendet. Sie ist noch zum großen Teil erhalten und kann besichtigt werden.

Torre Colin in Villeneuve
Bei dem majestätischen Torre Colin in Villeneuve handelt es sich um einen Wohnturm. Er geht bis auf das 13. Jahrhundert zurück. Villeneuve liegt im Nationalpark Gran Paradiso.

Urlaub Aostatal: Ein paar Infos zur Region

Anreise:

Aus Deutschland führt die kürzeste Strecke über Luzern durch den Gotthard-Tunnel. Wegen der Staugefahr sind die Varianten über die Schweiz und den Großen-St.-Bernhard-Tunnel oder über den Brennerpass und durch Norditalien ins Aostatal am beliebtesten.

Wer mit der Bahn oder der Flugzeug anreist ist auf die regionalen Busse oder eine Leihwagen angewiesen.

Literatur:

Ein guter Führer ist von Johannes Führer „Aostatal. 50 Touren inklusive Großer Walserweg und Höhenwege 1 und 2“ erschienen im Bergverlag Rother, 2011

Karten:

Das regionale Tourismusbüro bietet Wanderkarten im Maßstab 1:25.000 an (circa 2,- Euro). Kompass die 1:50.000, Blatt 86 „Gran Paradiso/Valle d´Aosta“ und die Blatt 88 „Monte Rosa“

Fazit: Urlaub Aostal und Aostatal Wandern

Ohne Frage bietet die kleine Region in Italien ein besonderes Erlebnis, sei es im Urlaub zum Thema „Wandern Aostatal“ oder einfach nur zum Entspannen in einer der malerischen Städte der Region. Das Aostatal Italien hat einen einzigartigen Charme und liegt in Reichweite der berühmten Bergpaten wie dem Mont Blanc oder dem Grand Paradiso. Egal wofür man sich entscheiden mag, aktiv oder eher gemütlich, die Region gehört zu den spannendsten Urlaubszielen in Italien.

Video Urlaub im Aostal

Bilder Urlaub im Aostal

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Das Aostatal (italienisch Valle d'Aosta, englisch Aosta Valley), eine vertikale Region könnte man sagen. Nicht nur physisch gesehen, denn das Aostatal wird durch viele Gipfel abgegrenzt (vor allem Montblanc, 4807 Meter, höchster Gipfel Europas), sondern auch für die in einer relativ kleinen Region so zahlreich vorhandenen Naturschönheiten, Denkmäler und kunsthistorischen Werke von großem Wert. In den größeren Städten, wo horizontale Stadträume selten zur Verfügung stehen, sind Hochhäuser in Fülle vorhanden. Aosta, Hauptstadt und einzige Provinz des Aostatals, ist reich an Geschichte. Zeugnisse der alten Augusta Pretoria (lateinischer Name von Aosta) sind im großen Augustustusbogen (25 v.Chr.) und in den Resten des Römischen Theaters erkennbar. Für Aosta war das Mittelalter keineswegs eine dunkle Zeit: Als wichtiger Knotenpunkt fürden Handelsverkehr mit Frankreich und der Schweiz erfuhr die Stadt eine lange Blütezeit. Aus dem Mittelalter sind die Kathedrale und Kollegiatkirche S. Orso. Andere mittelalterliche Bauwerke befinden sich talabwärts: hierzu gehören das Kastell Fénis und in der Nähe von Saint-Vincent (mit seinem berühmten Spielkasino) die mit Fresken reich ausgeschmückte Burg Issogne, die von dieser besonderen Blütezeit zeugt. Großartig sind auch die Naturlandschaften: von den beeindruckenden Gipfeln des Montblanc bis zu der faszinierenden Rauheit des Matterhorns (4478 Meter), dem spektakulären Monte Rosa (dessen Gletscher zu bestimmten Tagesstunden sich Rosa färben), dem Gran Paradiso, einem hohen Berg im gleichnamigen großen Naturschutzpark (über 200.000 Hektar). Von alter Tradition und gutem Ruf sind die Ferienorte und Wintersportzentren: bekannt sind vor allem Courmayeur und Breuil-Cervinia.

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