Urlaub im Münstertal in der Schweiz: Klein und fein

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Münstertal Schweiz

Das Münstertal in Graubünden / Foto: Andrea Badrutt, Chur

Aktivurlaub im Engadin Val Müstair: Klein und fein

Zwischen Ofenpass und dem oberen Etschtal – das Münstertal Schweiz

Rund 25 Kilometer Länge misst das alpine Münstertal (Val Müstair/Val Monastero) zwischen dem Ofenpass und dem oberen Etschtal. Es erstreckt sich vom Osten des Schweizer Kantons Graubünden bis in die italienische Region Südtirol und ist eine wunderbare Gegend zum Wandern Münstertal.

Im Bündner Südtal wird Jauer gesprochen, ein Dialekt der Rätoromanischen Sprache, die ja im Kanton Graubünden neben Deutsch und Italienisch zu den Amtssprachen zählt. Das Bündnerromanische wird auch im Engadin, in Teilbereichen von Mittelbünden und anderen Gegenden des Kantons gesprochen, wobei es verschiedene Dialekte gibt. Allerdings hat das Jauer im Münstertal keine eigene Schriftsprache, was seinen Unterricht in der Schule erschwert. Dennoch ist das Tal darum bemüht, die einende Tradition des Münstertalerischen Jauers zu wahren. Bei der Schriftsprache wird der Rückgriff auf das ebenfalls rätoromanische Vallader bevorzugt, das im Unterengadin beheimatet ist. Dies gilt jedoch nur für den Schweizer Teil des Tals. Jenseits der Grenze zu Südtirol wird vornehmlich Deutsch gesprochen, wie man bei Wandern im Münstertal hautnah beim Grenzübergang erfahren kann.

Val Müstair

Val Müstair – Biken und Wandern / Foto: Andrea Badrutt, Chur

Das Münstertal Schweiz: Einerseits Schweiz und andererseits Italien

Im Münstertal Schweiz liegt die Sechzehnhundert-Einwohner-Gemeinde Val Müstair mit ihren ehemals selbstständigen Ortsteilen Tschierv, Fuldera, , Valchava, Sta. Maria und Müstair. Gegenüber auf der Südtiroler Seite in Italien befindet sich die Gemeinde Taufers (Tubre/Tuer) mit knapp 1000 Einwohnern.

Die Orte kennzeichnen auch die verschiedenen Talstufen des Münstertals: Auf unterer Ebene liegen beispielsweise das Südtiroler Taufers und das graubünderische Müstair mit seinen mittelalterlichen Benediktinerinnenkloster St. Johann, eine Stiftung Karls des Großen aus dem 8. Jahrhundert. Auch der Ort Sta. Maria, der auf der mittleren Ebene des Tals liegt, geht auf Karl den Großen zurück: Zu Beginn des 9. Jahrhunderts soll er eine Marienkapelle gegründet haben als Dankesgabe für den erfahrenen Schutz vor Unwetter. Auf der obersten Ebene finden sich die Orte Tschierv und Fuldera.

Das ganze Münstertal gehört geografisch zum oberen Vinschgau. Durchflossen wird das Tal vom Rambach, der Rom im Münstertal Schweiz genannt wird und Ram im Münstertal im Südtirol heißt. Die markantesten Gipfel rund um das Tal sind diejenigen des Piz Chavalatsch, Piz Daint, Piz Lad, Piz Terza und Piz Turettas. Auf deren einfachen bis schweren Bergwanderwegen sind zu fast jeder Jahreszeit zahlreiche Gäste zum Wandern im Münstertal unterwegs.

Über den 2.501 Meter hohen Umbrailpass kommt man in das für seine guten Weine bekannte Veltlin im Norden der italienischen Region Lombardei (Provinz Sondrio). Auf Veltin geht namentlich auch der Veltliner zurück, der besonders als Österreichischer Wein unter dem Namen „Grüner Veltliner“ bekannt ist. Im Schweizer Veltlin hingegen heißt der Wein Valtellina, wird aus der tanninreichen Nebbiolo-Rebe des Piemonts gekeltert und ist durchaus ein Grund für einen Abstecher ins Tal wert.

Der bereits erwähnte 2.149 Meter hohe Ofenpass führt in das UNESCO-Biosphärenreservat des 170 km² großen Schweizerischen Nationalparks im Engadin. Das Biosphärenreservat Val Müstair – Parc Naziunal darf in seiner Kernzone nicht wirtschaftlich genutzt werden, während die Randzone der Entwicklung von Besiedlungs- und Wirtschaftsprojekten dient. Dazwischen befindet sich als schützender Ring die Pflegezone, in der nachhaltige Agrar- und Waldflächen nachhaltig genutzt werden dürfen.

Engadin Val Müstair

Engadin Val Müstair / Foto: Andrea Badrutt, Chur

Wandern im Münstertal Schweiz

Wandern Münstertal ist die dominierende touristische Freizeitbeschäftigung in der Gegend mit ihren vielen sattgrünen Wiesen und gepflegten kleinen Dörfern. Die nach dem Tal benannten Münstertaler Alpen und die bis zu 3.200 Meter hohe Sesvennagruppe können zum Beispiel auf den beiden Etappen des „Roten Weges“ der Fernwanderstrecke „Via Alpina“ von Scuol nach S-charl (R67) oder von S-charl nach Taufers (R68) beim Wandern im Münstertal erkundet werden. Auf der erstgenannten Variante kann man herrlich an den Ufern des Flusses Clemgia rasten.

Eine besondere Attraktion für Wandern Münstertal ist auch die entlegene Unterengadiner Moor- und Arve-Waldlandschaft Tamangur, eine sehr beliebte Wander- und Mountainbike-Region, die viele vier- bis sechstündige Touren zum Beispiel auf dem Wanderweg durch den „God Tamangur“ auf der rechten Talseite parat hält. Die zweite Etappe verläuft über den 2.298 Meter hohen S-charljöchl- oder Cruschetta Pass an der Grenze zu Italien bis nach Taufers im Münstertal in der Bezirksgemeinschaft Vinschgau der Provinz Bozen.

Empfehlenswerte Sehenswürdigkeiten vor Ort beim Münstertal Wandern sind vor allem die 1.500 Meter hoch gelegene und um das Jahr 900 errichtete Schlossruine Rotund sowie die aus der gleichen Epoche stammende St.-Johann-Kirche, die vor allem wegen ihrer gut erhaltenen romanischen Fresken an der Südwand und Gewölbedecke häufig im Rahmen von Münstertal Wandern besichtigt wird.

Val Mustair Schweiz

Das Val Mustair Schweiz / Foto: Andrea Badrutt, Chur

Radfahren und Mountainbiken im Münstertal Schweiz

Das Münstertal Schweiz ist auch ein in ganz Europa beliebtes Revier für leichte bis anspruchsvolle Mountainbiketouren, insgesamt stehen über 150 Kilometer spannende Strecken zur Verfügung. Eine eher leichte Tour sind etwa die 50 Kilometer der Uina-Bernina-Bike-Tour von Sta. Maria bis nach Livigno, für die man 5 bis 6 Stunden kalkulieren sollte. Stationen der Strecke sind Valchava, Tschierv, die Alp Buffalora, die Fuorcla del Gallo, der Passo di Fraéle, die Casine di Trela, der Passo di Val Trela und Ponte delle Capre.

Etwas schwieriger ist hingegen die Fahrt über den Fimberpass, das Val d’Uina und den Reschenpass von Samnaun bis nach Sent. Die 38 Kilometer führen durch drei Länder und über vier Passübergänge, landschaftliche Attraktionen sind die Uina Schlucht, das Val Sinestra und das Val Laver.

Ski Münstertal

Ski Münstertal / Foto: Andrea Badrutt, Chur

Fazit – Kultur und Geschichte – das Münstertal Schweiz

Die kulturgeschichtlich bekannteste Sehenswürdigkeit im religiös zweigeteilten Münstertal Schweiz ist das UNESCO-Weltkulturerbe des Benediktinerinnenklosters St. Johann in Müstair. Nicht ganz so imposant, aber dennoch sehenswert sind die evangelisch-reformierten Kirchen in Tschierv, Fuldera, Lü GR, Santa Maria Val Müstair und Valchava. In der letztgenannten Gemeinde befindet sich auch das Museum „Chasa Jaura“ mit Dauerausstellungen zur einst rein bäuerlichen Lebensweise sowie saisonale Wechselausstellungen zur zeitgenössischen bildenden Kunst.

Video Engadin / Münstertal Schweiz

Bilder Engadin / Münstertal Schweiz

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Die Ferienregion Engadin St. Moritz liegt auf der Alpensüdseite der Schweiz, und 1800 m ü. M., auf dem "Dach Europas". Engadin St.Moritz ist dank der einzigartigen Harmonie seiner Seenlandschaft als "Festsaal der Alpen" in der ganzen Welt bekannt. Das Tal weist überdurchschnittlich viele Sonnentage auf, hat Mineralquellen und ein sehr angenehmes Klima. Der Piz Bernina ist der einzige Viertausender der Ostalpen (4049 m ü. M.). Piz Palü, Piz Corvatsch, Corviglia und Diavolezza sind weitere bekannte Berge und Skigebiete.

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