Großglockner Besteigung: Der schwarze Berg

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Großglockner Besteigung: Auf den höchsten Berg in Österreich

Großglockner Besteigung: Auf den höchsten Berg in Österreich

Großglockner Besteigung: Über die Route der Erstbegeher

Auf den höchsten Berg Österreichs über die Salmhütte: Die Großglockner Besteigung

Die Großglockner Besteigung: Der mächtigste Gipfel der Ostalpen und Österreichs höchster Berg ist der 3.798 Meter hohe Großglockner. Die markant schwarze Felspyramide mit Doppelgipfel liegt in den Hohen Tauern und ist Grenzgipfel zwischen den Bundesländern Tirol und Kärnten. Wir haben uns auf den Weg gemacht, die Route der Erstbesteiger nachzugehen. Diese führt am ersten Tag über die idyllische Salmhütte und über die Erzherzog-Johann-Hütte, auch Adlersruh genannt, und am zweiten Tag, über den kleinen Glockner und die Glocknerscharte hinauf bis zum Gipfel. Wegen seiner steilen Flanken hält sich am Berg wenig Schnee, in der Fernansicht zeigt sich der Großglockner als “Schwarzer Berg”. 

Großglockner Besteigung: Charakter der Hochtour

Hochalpine Tour und einer der leichteren Anstiege auf den Großglockner mit einer schönen Wanderung durch das Leitertal. Alpiner II Grat im Gipfelbereich Eis bis 40°

Aufstiegsroute zum Großglockner bei bestem Wetter

Aufstiegsroute zum Großglockner bei bestem Wetter

Großglockner Besteigung: Die Tourbeschreibung

Das “Dach Österreichs” ist mit einer Höhe von 3.798 Meter der Großglockner. Er erhebt sich auf der Grenze zwischen Kärnten und Osttirol im Hauptkamm der Hohen Tauern. Der Gipfel selbst liegt auf dem vom Hauptkamm nach Süden abzweigenden Glocknerkamm auf Osttiroler Seite. Am Fuß des Großglockners befindet sich auf Kärntner Seite die Pasterze, der zur Zeit noch größte Gletscher der Ostalpen. Über den Hofmannskees oder Meletzkigrat von Kärnten/Heiligenblut und über Stüdlgrat oder Ködnitzkees von Osttirol/Kals führen die Normalanstiege auf den Glockner.

Wir haben uns für den Bischof Salm Weg (Weg der Erstbesteiger) entschieden. Die Anfahrt erfolgt über die Felbertauern Straße (B108) von Lienz oder Mittersill kommend bis nach Huben, abzweigen nach Kals und auf mautpflichtiger Straße (9 Euro jede Richtung) zum Lucknerhaus. Dort kann man sein Fahrzeug auf einem großen Parkplatz mit Blick auf den Großglockner auch für mehrere Tage abstellen. Der Anstieg geht rechts weg Richtung Salmhütte. Trittsichere und schwindelfreie Wanderer gehen  zuerst auf einem Fahrweg, später einem Steig in Richtung Glorer Hütte (2.651m) am Berger Törl. Jenseits des Törls, bei der ersten Weggabelung, links, bei der zweiten rechts über einige seilversicherte Stellen geht es hinunter ins Leitertal. Nun steigt man zur gegenüber auf einer Anhöhe stehenden Salmhütte (2.638 m) auf. Diese Hütte war ebenfalls ein wichtiger Stützpunkt für die ersten Glocknerbesteigungen (die Originalhütte steht heute am Rande des Gletschers, kleine Teile des Fundaments kann man noch erkennen, wenn man genau weiß, wo man hinschauen muss).

Von der Salmhütte sieht man bereits gut hinauf zur Adlersruhe und zum Gipfel, doch es fehlen noch gute 800 Höhenmeter bis zum nächsten Stützpunkt, der Erzherzog-Johann-Hütte (Adlersruhe). Zuerst geht es am Wandfuß des Schwertecks entlang, vorbei an der alten und ersten, in den Fels gesprengten Salmhütte, über zuletzt grobes Blockwerk und dann einen Schutthang hinauf zur Hohenwartscharte. Das Hohenwartkees ist stark abgeschmolzen, der neue Zustieg führt unterhalb des Restgletschers über ein kleines Schneefeld und einen Schutthang zum Einstieg. Der neu eingerichtete Klettersteig auf die Hohenwartscharte ist derzeit im bestem Zustand. Es beginnt mit einer Serie von Trittbügeln, nach etwa acht Metern gibt es bereits das ab hier nun durchgehend verlaufende Fixseil. In den Fels geschraubte Holzstaffel erleichtern auch wesentlich den Aufstieg.

Ab dem oberen Rand des Hofmannskees steigt man nun circa 15 Minuten leicht ansteigend hinüber zur Salmhöhe quer den Hang entlang. Ab hier geht es hinauf zur Adlersruhe. Bedingt durch den starken Gletscherrückgang führt die Spur nicht mehr am Gletscherrand, sondern über die Felsen des Salmkamp, wobei an einer Stelle mit Fixseil auf der Gletscherseite abgeklettert werden muss. Die Gehzeit Salmhütte bis zur Erzherzog-Johann-Hütte ist mit 3 – 3,5 Stunden zu veranschlagen.

Die Erzherzog-Johann-Hütte (Österreichischer Alpenklub) auf der Adlersruhe ist mit 3.454 Metern Höhe die höchste Schutzhütte Österreichs. Ihren Namen hat sie nach Erzherzog Johann von Österreich, einem Naturliebhaber und großartigen Bergsteiger. Die Hütte ist der ideale Ausgangspunkt für die Glocknerbesteigung über den Normalweg (Ostanstieg) beziehungsweise Rast- oder Schlafstelle nach einer Begehung des Stüdlgrates. Der erste Hüttenbau wurde im August 1880 eröffnet und im Laufe der Jahre mehrmals erweitert und modernisiert. Die Ausstattung der Aufenthaltsräume und der Lager ist derzeit sehr gut, Waschräume sind aufgrund der Höhe nicht vorhanden. In der Hauptsaison ist sie oft sehr stark belegt, und eine Reservierung ist anzuraten.

Der Ostanstieg von der Adlersruhe ist der einfachste aller Gipfelrouten auf den Großglockner, aber nicht unbedingt als “leicht” einzustufen (I+ bis -II, zur Einstufung siehe Link unten) und stellenweise sehr ausgesetzt. Hinter der Hütte vorbei steigt man einen breiten, allmählich ansteigenden Schneerücken in nordwestlicher Richtung bis zu einem Aufschwung und erreicht rechts hinauf querend danach den sogenannten “Bahnhof”. Nach einem Linksschwenk sieht man schon die Serpentinen, über das “Leitl”, einen bisweilen vereisten, etwa 40° steilen Hang, zum “Sattele” hinaufführt. Von diesem “Sattele” aus klettert man über die plattige Kleinglockner Felsflanke hinauf zur Gipfelschneide. Einige Sicherungsmöglichkeiten sind hier vorhanden. Die Wächte des Kleinglockners sind im Sommer oft nicht vorhanden – man steigt hier über große Blockstufen entlang der in den Fels verbohrten Stangen hinüber zum 3.783 Meter hohen Kleinglockner.

Ab hier beginnen die anspruchsvollen Passagen dieser Route. Die Überkletterung des Kleinglockners, der Abstieg zur Glocknerscharte und vielleicht die schwierigste Stelle, die Platte nach der Scharte. Wer die gemeistert hat, steht, je nach Verkehr nach wenigen Minuten auf dem Gipfel des Großglockner.

Der Abstieg vom Kleinglockner erfolgt über die selbe Route wie der Anstieg. Je nach “Verkehr” ist man nach 1,5 – 2 Stunden wieder auf der Erzherzog-Johann-Hütte und kann, schönes Wetter vorausgesetzt, einen Panorama-Rundblick genießen, der einzigartig ist.

Aufstieg zum Großglockner

Kletterei im 2. Grad am Großglockner

Ankunft: Großglockner Besteigung

Ankunft ist das Lucknerhaus am Ende der Mautstrasse. Hier gibt es einen großen Parkplatz für Autos, wenn Mehrtagestouren gelaufen werden.

Fazit: Großglockner Besteigung

Für die Zweitagestour sollte man versuchen, nicht an den Wochenenden aufzusteigen – dann drängelen sich die Bergsportfreunde auf dem schmalen Grat und können das Gipfelerlebnis ein wenig eintrüben. Wer zeitig von der Erzherzog Johann Hütte aufsteigt, kann einen schönen Sonnenaufgang auf Österreichs höchstem Berg erleben.

Video – Großglockner Besteigung

Bilder – Großglockner Besteigung

88%
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Schwierigkeit

Der Großglockner ist mit seinen stolzen 3.798 Metern der höchste Berg Österreichs und sicher der mit Abstand eindrucksvollste Gipfel im Nationalpark Hohe Tauern. Wer einmal auf seinem Gipfel stand und bei gutem Wetter eine Fernsicht über unglaubliche 200 Kilometer genießen konnte, für den wird dieser Tag sicher ein ganz beeindruckendes Erlebnis bleiben! Die Großglockner Besteigung ist aber nur erfahrenen Bergsteigern vorbehalten - oder man schließt sich einer der vielen Bergschulen an.

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  • Landschaft
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  • Kondition
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