Das Passeiertal – Heimat der Tiroler Freiheitskämpfer

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Passeiertal

Das Passeiertal: Farbenprächtig hält der Herbst Einzug in Südtirols Süden. Die sonnigen Weinberge in Unterland und Überetsch laden zum Wandern und Genießen ein (c) Südtirol Marketing

Das Passeiertal – Heimat der Tiroler Freiheitskämpfer

Wandern und Radfahren im Passeiertal in Südtirol – ein kleiner Reiseführer

Im zentralen Norden Südtirols, an der Grenze zu Österreich und nördlich von Meran liegt mit dem Passeier oder Passeiertal (Passiria/Val Passiria) ein unter Urlaubern wegen seiner landschaftlichen Schönheit schon lange geschätztes Gebirgstal. Inmitten des über 33000 Hektar großen Naturparks Texelgruppe gelegen sowie von den Stubaier-, Ötztaler– und Sarntaler Alpen umrahmt und geschützt, reizen Besucher die zahlreichen markierten und gut beschilderten Wanderwege Passeiertal rund um die Gemeinden Kuens, Moos, St. Martin, Riffian und St. Leonhard im Passeiertal.

St. Leonhard im Passeiertal trägt den Namen des Patrons der Pferde und des Viehs: Leonhard von Limoges. In dieser Eigenschaft avancierte der sogenannte „Bauernherrgott“ dann zum Schutzheiligen der Landbevölkerung, angefangen bei den Knechten über Bauern, Schmiede und andere ländliche Handwerker bis zu den Händlern von Agrarprodukten. Die Wahl des Schutzpatrons der Stadt lässt auf die Bedeutung schließen, die St. Leonhard Passeiertal schon früh hatte: Händler, aber auch Schmuggler passierten auf dem Weg von Süd nach Nord und umgekehrt das „Passeiertal“, dessen Handelsweg sich von Meran aus in St. Leonhard einerseits Richtung Timmelsjoch und Ötztal und andererseits Richtung Brennerpass und Innsbruck teilt. Hier wurden vor der Alpenpassage noch einmal die Pferde gewechselt, noch einmal vor dem anstrengenden Weg Kraft geschöpft oder bei der Reise von Nord nach Süd verschnauft und sicherlich auch schon gehandelt mit Salz oder Wein oder was sonst im Gepäck war. So zählte neben dem Handel auch die Bewirtung der Durchreisenden zum Passeier Geschäft.

Wandern Passeiertal

In den Seitentälern Südtirols finden sich zauberhafte Winterlandschaften und verschneite Bergdörfer (c) Südtirol Marketing

Das Passeiertal in Südtirol

Die Lage des Passeiertals brachte auch den berühmtesten Tiroler Volksheld hervor: Andreas Hofer wurde 1767 in St. Leonhard im Passeiertal geboren, war selbst Viehhändler und Wirt, bevor er die Tiroler im Kampf gegen Napoleon anführte. Er scheiterte schließlich und wurde in St. Martin im Passeiertal festgenommen, und 1810 in Mantua von einem Hinrichtungskommando erschossen. Hofers Wohn- und Geburtshaus – das Gasthaus Sandwirt – kann bei St. Leonhard noch immer besichtigt werden. Ein Heimatmuseum bietet Einblicke in den Tiroler Freiheitskampf.

„Wandern Passeiertal“ ist je nach Tour zu jeder Jahreszeit möglich. Doch es gibt viel mehr, mit dem man den Urlaub im Passeiertal gestalten kann. Im Sommer stehen hier Canyoning, Rafting und Reiten auf dem Programm. Im Winter locken natürlich Langlaufen, Skifahren und Snowboarden in den benachbarten Skigebieten Pfelders und Ratschings-Jaufen. Viele weitere Ferien- und Freizeitangebote machen den Aufenthalt im Passeiertal zu einem stets kurzweiligen Vergnügen, seien es die geführten Obstbauwanderungen oder die Weinbergseminare in Riffian, die Besichtigung des Wasser-Kraftwerks oder Brotbackkurse in St. Leonhard Passeiertal oder der Musikantenstammtisch in St. Martin.

Passeiertal Wandern

Wandern im Passeiertal (c) Südtirol Marketing

Passeiertal: Wandern auf Passeier Bergwegen

Einer der beliebtesten Wanderwege Passeiertal ist der Passeirer Höhenweg, der von der Römerkehre auf der Jaufen-Passstraße bis zur Ortschaft Stuls im Hinterpasseier verläuft. Gut 4,5 bis 5 Stunden Wanderzeit kann man für den mittelschwierigen Bergweg kalkulieren, der nur für geübte Bergwanderer geeignet ist, und auf dem Proviant sowie Sonnen- und Regenschutz auf jeden Fall mitgeführt werden sollten. Markante Tourpunkte sind die Flecknerhütte, das Glaitner Joch, das Schlattacher Joch, der Übelsee, die Hochalm, die Eggergrubalm, die Höfe von Eggen und die Silberhütt-Höhe östlich von Stuls.

Eine ebenfalls zu empfehlende Strecke für Wandern Passeiertal ist die Bergtour über das Falschnal-Joch zu den Spronser Seen. Für die anspruchsvolle Rundtour mit einer Länge von rund 20 Kilometern sollte man etwa 7 Stunden einplanen, der Weg führt durch Hochmoore, Steinwüsten und Schneefelder. Stationen der Strecke sind die Ortschaft Pfelders, die Falschnal-Alm, das Spronser Joch, die Schieferlacke, der Grünsee und der Langsee. Auch gerne gewählt werden die vierstündige Gipfeltour auf die Matatzspitze vom Bergweiler Ulfas bei Moos über die Schartalm, die untere Ulfaser Alm und das Rauchegg sowie die Bergtour zur Obisellalm, die beim Gasthaus Oberöberst zwischen Riffian und Vernuer beginnt und auch die Hahnenkammhütte passiert.

Mit dem Radl auf Befreiungstour: Biken im Passeiertal

Für Radler und Zweiradfreunde empfiehlt sich die historische Heimat des Tiroler Freiheitshelden Andreas Hofer ebenfalls als schönes Ausflugs- und Tourengebiet. Ausgehend zum Beispiel von dem heute zum Dokumentationszentrum mit Museum, Gaststätte und Gedenkkapellen umgewandelten Geburtshaus „Sandwirt“ in St. Leonhard Passeiertal kann das gesamte Tal auch bestens auf dem „Drahtesel“ erkundet werden. Ob gemütliche Spazierfahrten entlang des Flusses Passer oder anspruchsvolle Mountainbike- und Rennradtouren durch die Gebirgslandschaft bis zum Jaufenpass oder Timmelsjoch, für jeden Geschmack und Konditionsgrad hält das Passeier gleich mehrere passende Strecken parat.

Durchaus anspruchsvoll ist etwa die Radtour über den 2100 Meter hohen Jaufenpass von Sterzing bis nach Meran. Für die 95 Kilometer lange Strecke bis Bozen werden etwa 5,5 Stunden veranschlagt. Weniger fordernd ist hingegen eine Fahrt auf dem 20 Kilometer langen Radweg entlang der Passer, der direkt in St. Leonhard im Passeiertal bei der Unterführung an der Umgehungsstraße beginnt und am „MuseumPasseier“, an St. Martin-Quellenhof sowie Saltaus und Riffian vorbei führt und schließlich in der Altstadt von Meran endet. Auch Kanufahrten und Rafting sind auf der 40 Kilometer langen Passer problemlos möglich, in St. Martin-Quellenhof finden einschlägig interessierte Urlauber auch einen großzügigen neuen 18-Loch-Golfplatz.

Passeiertal Südtirol

Deftige Süßspeisen wie Kaiserschmarrn oder Schwarzplentene Riebl werden auf Almhütten und in Gasthäusern nicht als Dessert sondern als Hauptspeise mit Preiselbeermarmelade serviert (c) Südtirol Marketing

Kulinarik im Passeiertal: Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen

Und nach dem sportlichen Vergnügen lockt dann das leibliche Wohl, für das es in der Passeier Bio Käserei schmackhafte und gesunde Milchprodukte gibt. Die Passeierküche bietet Knödel mit Braten, aber auch Nudelgerichte und andere Schmankerl. Und wen der Weg im Herbst ins Passeiertal führt, der sollte nicht versäumen zu Speck und Schüttelbrot die guten Esskastanien der zusammen mit einem frischen Sauser – dem heurigen Traubenmost – zu genießen. Dann rundet ein Heubad im weichgedünsteten Bergwiesenheu die körperlichen Wohltaten ab. Oder ein Bad in der Therme Meran mit Kneipp-Parcour und über 1000 Quadratmeter großem Saunabereich, Massagen und individuellen Wohlfühlpaketen. Das stärkt Geist und Körper, entspannt und lässt zur Ruhe finden.

Video Passeiertal in Südtirol

Bilder Passeiertal in Südtirol

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Eines der urigsten und vielfältigsten Täler Südtirols ist das Passeiertal, das im Norden von Meran seinen Ausgang nimmt. Hier kommen Aktivurlauber und wanderbegeisterte Familien voll auf ihre Kosten: Nur 5 km von der Kurstadt Meran entfernt liegen die ersten Urlaubsorte des Tales, Riffian und Kuens, die noch das milde Klima und die Vegetation der Kurstadt widerspiegeln. Ideale Ausgangspunkte für ausgedehnte Wanderungen in die umliegende Bergwelt sind die zentraler gelegenen Hauptorte Sankt Martin und Sankt Leonhard.

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