Großvenediger Besteigung: Auf die “weltalte Majestät”

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Auf dem Grat kurz vor dem Gipfel

Großvenediger Besteigung

Hochtour auf den Großvenediger: Die “Weltalte Majestät”

Der Großvenediger wurde erstmals am 3. September 1841 bestiegen. “Weltalte Majestät” bezeichnete ihn Ignaz von Kürsinger, einer der Erstbesteiger: Hochtour auf den Großvenediger (3666 Meter).

Der Großvenediger: Die Geschichte der Erstbesteigung

Der Name Venediger oder “Großvenediger” ist ungeklärt. Der Legende nach kann man vom Gipfel aus Venedig und das Meer sehen – der Legende nach. Ursprünglich wurde der Berg Stützerkopf genannt, Venediger heißt er erst seit dem Jahr 1797. Möglicherweise hat der Namen einen keltischen Ursprung, möglicherweise stammt er von Mineralien suchenden Männern aus Venedig.

Im Jahr 1828 fasste der Erzherzog Johann den Plan, die Erstbesteigung des Grossvenedigers zu unternehmen. Am 08.August 1828 brachen 16 Männer unter der Führung des Oberjägers Paul Rohregger auf, dieses Unternehmen auch anzugehen. Bedingt durch schlechtes Wetter erreichte die Gruppe jedoch erst nach acht Stunden den Nordgrat und steuerten auf die Nordwestwand zu – die ersten vier Bergsteiger stiegen hier unangeseilt, die restlichen zwölf an einem Hanfseil gebunden, auf. Nach der Randkluft, die noch umgangen werden konnte, baute sich eine steile Eiswand vor den Männern auf. Rohregger stieg voran und hieb mit einer Holzhacke Stufen in das Eis. Aufgrund der vorangeschrittenen Zeit stieg die Lawinengefahr immer mehr, so das Erzherzog Johann die Umkehr anordnete. Zu spät! Vom Gipfel löste sich ein Schneebrett und riss Rohregger in die Tiefe. Er hatte jedoch Glück im Unglück. Der Schnee füllte die Randkluft des Gletschers und presste ihn an der Kante fest. Seine Gefährten konnten ihn ausgraben, mussten dies allerdings bis zu den Schuhen hin tun, da die Schneemasse wie Beton zusammengepresst war. In der Dunkelheit erreichte die Mannschaft die Almhütten.

Die Erstbesteigung des Grossvenedigers erfolgte dann erst im Jahre 1841, am 03. September. Mit dabei waren unter der Führung von Josef Schwab, genannt Hausstatt-Sepp, der Pfleger Ignaz von Kürsinger , Dr. Ruthner aus Wien, der Bezirksarzt Dr. Spitaler, wieder Paul Rohregger und weitere 35 Männer. Der Aufstieg erfolgte von Neukirchen am Grossvenediger durch das Obersulzbachtal über die Stierlahnerwand. Kein leichtes Unterfangen. Am Gletscher schmierte man sich gegen den Sonnenbrand Öl und Schiesspulver ins Gesicht. So und mit Steigeisen gerüstet betrat man das Eis. Viele der Männer raffte auf dem Gletscher die Müdigkeit dahin, sie mussten im Schnee sitzen bleiben. 26 der 40 Männer erreichten den Gipfel des Grossvenedigers. Als erster stand der Josef Schwab auf der Spitze.

Großvenediger Besteigung: Charakter der Hochtour

Der Anstieg von der Johanneshütte bis zum Defreggerhaus kann man als mittlere Bergtour bezeichnen. Ein Trampelpfad schlängelt sich circa 2,5 Stunden den Berg hinauf. Die Abbiegung nach rechts (Osten) nach circa der Hälfte des Weges verfehlen viele – ist nicht besonders gut gekennzeichnet. Nach circa 2 Stunden steigt der Pfad nochmals etwas an, die Hütte liegt aber nun in Sichtweite. Die eigentliche Besteigung des Großvenediger ist technisch unproblematisch – allerdings ist ein heftiges Gletschergebiet zu überqueren. Wer hier ohne lokalen Führer geht, sollte sich also sicher sein, was er tut. Nach dem Gletscherfeld steigt man noch circa 45 Minuten auf bevor man den wunderschönen Gipfelgrat erreicht. Der Ausblick ist kaum zu überbieten. Die Tour lässt sich für die ganz harten auch von Hinterbichl aus laufen – das sind circa 600 Höhenmeter mehr. Wer darauf verzichten kann, der lässt sich mit dem Bergtaxi (20 Euro, Hin- und Zurück) bis zur Johanneshütte chauffieren.

Großvenediger Besteigung: Die Tourbeschreibung

Die Besteigung des Hausberges vonPrägraten und Hinterbichl wird im Allgemeinen in zwei Etappen geplant. Am ersten Tag geht es von Hinterbichl aus über die Johannishütte zum Defreggerhaus. Nach einer meist kurzen Nacht beginnt dann in aller Herrgottsfrühe die Gletscher­tour. Ein zeitiger Aufstieg ist gerade im Sommer wichtig, da später die Sonne den Weg unter Umständen zu einem matschigen Vergnügen macht.

Vom Defreggerhaus geht es gleich über die Dreitausenmetergrenze zum mittlerweile etwas entfernteren Einstieg auf den Gletscher. Hier wird nun angeseilt, dann geht es steil hinab auf das Rainer Kees und in sanfter Steigung binnen einer halben Stunde hinauf auf den äußerst spaltenreichen Eisboden unterhalb des Rainer Horns. Deutlich steiler und anstrengender gestaltet sich die nächste Stunde bis auf das Rainer Törl (3.422 Meter). Auf dem hochgelegenen Gletscherdach am Hohen Aderl vorbei steigt man nun mühsam auf den kurzen Venedigergrat, dessen Überschreitung etwas Beherztheit verlangt. Im Sommer und Herbst ist der Gipfel bei schönem Wetter recht überfüllt, aber ein atemberaubender Rundblick, ein paar Fotos und wer mag ein Schluck Gipfelschnaps sollten immer drin sein! Im Hochsommer ist der Rückweg meistens nicht gerade erholsam, da der Schnee auf dem Gletscher schnell recht sulzig wird und man oft bis weit über die Knöchel einsinkt. Will man dann noch zu Fuß bis Hinterbichl, sollte man daran denken, dass vom Defreggerhaus bis ins Tal noch über 1.600 Meter abzusteigen sind!

Großvenediger Besteigung: Die Ankunft

Ankunft ist wieder an der Johanneshütte. Ab dort fahren regelmäßig die Hüttentaxis bis Hinterbichl. Ein Abstieg zu Fuß ist auch möglich.

Fazit: Großvenediger Besteigung

Zwei Tage solltem man sich für die Besteigung mit Abstieg Zeit nehmen – machbar ist es allerdings auch in einem Tag. Technisch nicht schwierig, aber über ein nicht ungefährliches Gletschergebiet verlaufend, bietet sich nach dem schmalen Gipfelgrat ein traumhafter Ausblick über die Alpen.

 

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