Wandern Tirol: Überschreitung der Geierköpfe in den Ammergauer Alpen

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Geierkopf: Gratwanderung in den Ammergauer Alpen. Im Hintergrund der mittlere Geierkopf

Geierkopf: Gratwanderung in den Ammergauer Alpen. Im Hintergrund der mittlere Geierkopf

Bergsteigen in den Ammergauer Alpen: Traumhafte Gratwanderung über die Geierköpfe

Vom Plansee bis in Ammertal – die Überquerung der Geierköpfe

Wer das “Trio” nimmt, also die Überschreitung aller drei Gipfel der Geierköpfe, der sollte sich auf  eine Gratüberschreitung mit einer kurzen Passage im zweiten Schwierigkeitsgrad (II), gepaart mit Umsicht und einer guten Planung vorab einstellen, bekommt im Gegenzug aber eine Traumtour in den Ammergauer Alpen geschenkt. Der Aufstieg zum Westgipfel, ob ab Plansee oder ab Teufelstal, ist in den Sommermonaten beliebt – die meisten Wanderer belassen es bei diesem Gipfel oder nehmen noch den gut 20 Minuten entfernten Mittleren Geierkopf (2.181 m) mit. Die Querung zum Östlichen Geierkopf hingegen meiden viele, und dies aus gutem Grund. Der Gratweg ist hier unterbrochen und das Abklettern oder der Umweg erfordert Umsicht und gute Trittsicherheit. Hat man diese Passage geschafft, kann man sich weiter auf dem Grat bis zum Ostgipfel auf den Weg machen und dann den Abstieg über den Rücken der Ostwand bis zum Hauptweg (243) angehen. Beim Abstieg ist Vorsicht in den steilen Schotterfeldern oder in der Wegfindung durch den Latschenkieferhain geboten. Der Geierkopfgrat hat auf der einen Seite eine typische Nordwand, die steil in das Ammertal abfällt, und auf der anderen eine etwas flachere, aber nicht begehbare Südflanke. Während der Begehung kann man immer wieder den Blick auf die gegenüberliegende Zugspitze genießen. In gut 7 Stunden Gehzeit ist man am zweiten Parkplatz und hat hoffentlich den Transfer in Richtung Plansee gut geplant – sonst steht ein langer Hatscher an der Landstraße an, der kein würdiger Abschluss der Panorama-Runde wäre.

Charakter:

Schwierige Bergtour die Trittsicherheit und Schwindelfreiheit voraussetzt. Die gesamte Überschreitung auf dem Geierkopfgrat ist zwischen Mittlerem und Östlichem Geierkopf unterbrochen und kann nur abgeklettert werden (II) oder auf rutschigem Geröll umgangen werden. Die gut 1.500 Höhenmeter bieten dafür aber eine traumhafte Streckentour mit gleich drei Gipfeln an.

Tour:

Startpunkt ist der kleine Waldparkplatz mit dem Einstieg auf einem kleinen Steig am Teufelstal. Der Steig ist nicht markiert, lediglich ein kleines, selbstgemaltes Schild, weist darauf hin, das hier der Einstieg in die Überschreitung der Geierköpfe (wahlweise auch nur in die Besteigung des westlichen Geierkopfs) startet. Der schmale Steig erfordert etwas Trittsicherheit, windet sich aber traumhaft schön und gleichmäßig steigend durch das Teufelstal empor. Nach gut zwei Stunden erreicht man die Zwerchenbergalpe die einen schöne Jausenstation (nicht bewirtet) samt Panoramablick auf die gegenüberliegende Zugspitze hergibt. Weiter folgt man dem Steig (243) mit dem Zwischenziel Kreuzjoch (1.900 m) und dann weiter, zum Schlussanstieg bis zum Westlichen Geierkopf (2.143 m). Wer nicht trittsicher ist und über alpine Erfahrung verfügt, der sollte ab hier den Abstieg zum Ausgangsort oder zum Plansee angehen. Die Gratüberschreitung ist bis zum Mittleren Geierkopf auf einem schönen Pfad in gut 20 Minuten erreichbar. Nach einem kurzen, knackigen Aufstieg auf den höchsten Gipfel der Kette (2.161 m), hat man einen traumhaften Ausblick auf die gegenüberliegenden Ammergauer Alpen mit Hochblasse, Hochplatte und Weitalpspitze. Auf der Südseite baut sich die gesamte Zugspitzarena auf, Zugspitze und Alpspitze dominieren dabei den vor einem aufgespannten Gipfelrücken.

Wer von hier aus weitergeht, sollte sich auf eine kleine Kletterei vorbereiten. Scheinbar scheint ein Stück des Grates eingestürzt zu sein – die Pfad zum östlichen Gipfel der Geierköpfe endet jedenfalls abrupt. Ein Abklettern kann bei dem äußersten losen Gestein nicht empfohlen werden (jedenfalls entspricht das keinesfalls den von uns gefundenen Beschreibungen mit Ier Grad). Der Pfad geht nun vielmehr unterhalb des Gipfelgrates entlang, wobei man sich an den aufgebauten Steinmandln orientieren kann. Das Geröll erfordert aber viel Trittsicherheit und ist unangenehm zu gehen. Nach gut 30 Minuten erreicht man wieder den Gipfelgrat und kann die Tour fortsetzen. Nach dem Erreichen des Östlichen Geierkopfs nimmt man einen Trampelpfad durch ein Latschenkieferhain, der oft einem Gamsteig gleichkommt. Teilweise muss man sich durch den Latschenkieferhain hindurchschlängeln. Gut 30 Minuten später erreicht man den Wanderpfad 243, der unterhalb des Grates quert, und folgt diesem der Beschilderung nach bis ins Ammertal hinab. Der Abstieg dauert, je nach Geschwindigkeit und Fitness, zwischen 1 – 1,5 Stunden, der Weg ist gleichfalls nicht ganz einfach zu begehen und setzt Trittsicherheit voraus.

Die Streckentour sollte im voraus geplant sein. Entweder parkt man ein PKW im Ammertal und nimmt das andere zum Einstieg, oder, man steigt auf klassisches Hike+Bike um und parkt das Bike im Vorfeld im Ammerwald. Unten, beim Einstieg findet man eine Hinweistafel vom DAV: Alpine Erfahrung und Trittsicherheit unbedingt erforderlich. Wer den Grat quert, sollte dies auch berücksichtigen.

Ankunft:

Wanderparkplatz im Ammertal – kleiner Parkplatz, Hinweisschild “Geierköpfe” beachten.

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